Lesenswertes
Der eine so, der andere so ..
Warum Pressearbeit für Verbände manchmal so schwierig ist
Stellen Sie sich einmal vor, der Vorstandsvorsitzende eines großen Automobilkonzerns präsentiert voller Stolz auf einer Presseveranstaltung das neue Modell des Konzerns. Natürlich lobt er es in den höchsten Tönen und streicht alle Vorzüge heraus. Drei Tage später lädt ein Vorstandskollege Journalisten ebenfalls zu einem Gespräch ein. Aber er betont alle Mängel, die seiner Meinung nach das neue Modell hat. Die Reaktion der Medien lässt sich leicht vorhersagen.
In einem Unternehmen wäre ein solches Szenario völlig undenkbar. Personelle Konsequenzen wären unausweichlich. In einem Verband aber ist eine solche Situation durchaus möglich. In Parteien gehört sie fast schon zum politischen Alltag.
Natürlich wird man auch in einem Verband nicht verhindern können, dass es unterschiedliche Meinungen zu bestimmten Sachverhalten gibt. Das Verbandsleben wäre dann vielleicht auch sehr eintönig. Aber jeder Verband sollte nach Möglichkeit versuchen, eine einheitliche Auffassung des Verbandes auch nach außen sicherzustellen. Eine Möglichkeit, das zu erreichen, ist eine funktionierende interne Kommunikation. Nur wenn alle Mitglieder ausreichend über die Positionen des Verbandes informiert sind, die Gründe für bestimmte Entscheidungen oder Auffassungen kennen, können sie diese auch nach außen vertreten. Wenn Mitglieder nicht informiert werden, wenn sie nicht an der Entscheidungsfindung beteiligt werden, wenn sie vielleicht erst aus den Medien erfahren, welche Positionen ihr Verband vertritt, dann muss man sich nicht wundern, wenn auch nach außen von Verbandsmitgliedern Positionen vertreten werden, die nicht mit der „Offiziellen Linie“ übereinstimmen.